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Der junge Hauke “Wenn im Herbst die Fluten höher stiegen und manch einmal die Arbeit (am Deich) eingestellt werden musste, dann
ging er nicht mit den andern nach Haus, sondern blieb ... an der abfallenden Seeseite des Deiches sitzen und sah stundenlang zu, wie die trüben Nordseewellen immer höher an die Grasnarbe des Deiches
hinaufschlugen... Nach langem Hinstarren nickte er wohl langsam mit dem Kopfe oder zeichnete, ohne aufzusehen, mit der Hand eine weiche Linie in die Luft, als ob er dem Deiche damit einen sanfteren Abfall
geben wollte... Manchmal hatte er eine Faust voll Kleierde mitgebracht ... und knetete bei dem Schein der dünnen Unschlittkerze allerlei Deichmodelle... Mit
denen zu verkehren, die mit ihm auf der Schulbank gesessen hatten, fiel ihm nicht ein; auch schien es, als ob ihnen an dem Träumer nichts gelegen sei.” (Reclam-Ausgabe, S.11-14) |
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Hauke als Deichgraf “Trotz seiner früheren Mithilfe lagen aus des Alten Amtsführung eine Menge unerledigter Dinge, ... jetzt aber
musste allmählich alles aus dem Wege; er fegte mit einem scharfen Besen.” (S.66) “Du sollst mich wenigstens nicht umsonst zum Deichgrafen gemacht haben, Elke; ich will ihnen zeigen, dass ich einer bin!” (S.72)
“In seinen Gedanken wuchs fast der neue Deich zu einem achten Weltwunder; in ganz Friesland war nicht seinesgleichen! Und er ließ den Schimmel tanzen; ihm war, er stünde inmitten aller Friesen; er überragte sie um Kopfeshöhe, und seine Blicke flogen scharf und mitleidig über sie hin.” (S.110)
“Fortan lebte er einsam seinen Pflichten als Hofwirt wie als Deichgraf und denen, die ihm am nächsten angehörten; die alten Freunde waren nicht mehr in der Zeitlichkeit, neue zu erwerben, war er nicht
geeignet.” (S.111) |
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Wie entsteht die Rede vom “Teufelsreiter” ? Carsten und Iven, die beiden Knechte des Deichgrafen, erblicken eines Abends auf Jeverssand, einer Hallig vor dem
Deich, einen Schimmel. Als Carsten hinüberfährt, findet er dort aber kein Pferd, sondern nur ein Gerippe. Einige Tage später kehrt Hauke von einem Besuch beim Oberdeichgrafen aus der Stadt mit einem rauhhaarigen und
abgemagerten Schimmel zurück, den er von einem nicht vertrauenswürdigen Mann für wenig Geld erworben hat. Dieser lacht ihm, als er bereits wegreitet, noch teuflisch hinterher. Schon nach wenigen Wochen aber hat sich der
Schimmel prächtig entwickelt, so dass Hauke ihn ausreiten kann. Er will auch seinem Knecht das Ver- gnügen gönnen, doch lässt der Schimmel ihn nicht aufsitzen, nur führen lässt er sich. Carsten denkt nun, dass in dem
Schimmel der Teufel stecke, zumal er auf Jevershallig das Pferdegerippe nicht mehr finden kann. Er kündigt seinen Dienst bei Hauke und wechselt zu Ole Peters. Dort werden die
Geschichten über das Teufelspferd mit behaglichem Gruseln aufgenommen und all denen erzählt, die gegen Hauke einen Groll hegen. (Alexandra und Vivian) |
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Haukes Verhältnis zu den Arbeitern Hauke hat ein sehr gespaltenes Verhältnis zu den Arbeitern. Diese haben durchaus Respekt vor
ihrem Deichgrafen, doch seit der Rede vom “Teufelsreiter” misstrauen sie ihm, ihre Angst und ihr Argwohn gegen ihn wachsen beständig. Hauke jedoch lässt sich durch den “Altweiberglauben” der Anderen nicht
irritieren und verlangt weiterhin beständige, zuverlässige Arbeit am Deich. Er “fegt mit einem scharfen Besen”, das bedeutet, dass er die Menschen zur Arbeit antreibt, was zusätzlich Missmut unter ihnen
erzeugt. Hauke Haien und die Arbeiter arbeiten nicht zusammen, sondern sind mehr oder weniger Gegner. (Anna-Beeke und Laura S.) |
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Haukes Verantwortung für den Deichbruch “Was hatte er für Schuld vor Gottes Thron zu tragen? - Der Durchstich des neuen Deichs - vielleicht, sie hättens’s fertiggebracht, wenn er sein Halt nicht gerufen hätte; aber - es war noch eins, und es schoss ihm heiß zu Herzen, er wusste es nur zu gut - im vorigen Sommer, hätte damals Ole Peters’ böses Maul ihn nicht zurückgehalten - da lag’s! Er allein hatte die Schwäche des alten Deiches erkannt; er hätte trotz alledem das neue Werk betreiben müssen: <Herr Gott, ja ich bekenn es>, rief er plötzlich laut in den Sturm hinaus, <ich habe meines Amtes schlecht gewartet!>” (S.140 f.)
“<Vorwärts!>, rief er noch einmal, wie er es so oft zum festen Ritt gerufen hatte: <Herr Gott, nimm mich; verschon die andern!>” (S.143) |
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