Was ist eine Hypertext-Interpretation? Als Hypertext bezeichnet man die Verknüpfung zwischen Texten, wie sie etwa in Lexika durch Verweise zwischen den einzelnen Artikeln
hergestellt wird. Im Internet können Hypertexte noch komplexer gestaltet und vor allem auch eleganter genutzt werden: Durch bloßes “Klicken” mit dem Mauszeiger wird die hinter einem Verweis liegende Information -
falls gewünscht - direkt auf den Bildschirm gerufen. Eine Hypertext-Interpretation ist nun der Versuch, einen literarischen Stoff in seinen vielfältigen Bezügen und Lesarten zu präsentieren. Durch die Vernetzung der
Gesichtspunkte mit Hyperlinks können die internen und externen Bezüge des Textes transparent und für den Betrachter unmittelbar verfügbar gemacht werden. Woher stammt die Projektidee? Die Idee
zu einer Hypertext-Interpretation des “Schimmelreiters” entstand auf einer Vortragsveranstaltung von Andreas Borrmann, Lehrer an der Herder-Schule in Rendsburg, und Rainer Gerdzen, Lehrer am Werner-Heisenberg-Gymnasium in Heide. Die beiden Kollegen arbeiten schon seit längerem an Internet-Projekten; sie haben ihre Unterrichtsideen u.a. im
KLETT-Verlag publiziert und die mit Schülern erarbeiteten Projekte auf den Websites ihrer Schulen bzw. ihren privaten Websites dokumentiert. Wie ist die Projektarbeit abgelaufen? Die Novelle
von Theodor Storm wurde zunächst - wie bei Schullektüren allgemein üblich - zu Hause gelesen und im Unterricht besprochen. Zentrale Fragen und Problemstellungen wurden auch schriftlich untersucht (z.B. Stärken und
Schwächen in Haukes Charakter), teilweise auch produktiv bearbeitet (fiktives Gespräch der abergläubischen Arbeiter über den Deichgrafen Hauke Haien). Eine Klassenarbeit über Haukes Verant- wortlichkeit für die
Katastrophe bildete den Abschluss der werkimmanenten Interpretation. Der Vorschlag, die Ergebnisse unserer Unterrichtsarbeit und weitere Gesichtspunkte als gemeinsames Pro- jekt im Internet zu präsentieren, fand bei
den Schülern große Zustimmung. Die weitere Arbeit verlief in folgenden Schritten: - Sammlung der Themen (Aspekte) und Strukturierung mit Hilfe von Karteikarten und einer Stellwand im Klassenraum
- Bildung von Gruppen zur Bearbeitung der Themen; Spezialaufträge (z.B. Bilder einscannen) - Gruppenarbeit: Informationsbeschaffung (Lexikonartikel, Zeitungsberichte, Bildarchive, Verfilmungen) -
Auswertung des Materials - Verfassen der Texte - Eingabe der Texte als html-Dateien im Computerraum - Überarbeitung der (ausgedruckten) Seiten im Plenum
- Einheitliche grafische Gestaltung, Vernetzung der Seiten durch Hyperlinks
Zurück zum Inhaltsverzeichnis |